On the Road Part 2 - zwischen Boston und Montreal

Je mehr man sich Boston nähert, umso mehr wird klar: Boston ist eine wirkliche Großstadt im Vergleich zu unseren Stopps vorher. Unfassbar viele Autos auf der Interstate und Stau ab der Stadtgrenze. Herzlich Willkommen in Boston! 😊

Nach ein paar Problemen mit der Navigation aufgrund der vielen Tunnel und dem verlorenen GPS-Signal, ist unsere nächste AirBnB Unterkunft dann doch ziemlich schnell gefunden. Die Beschreibung unseres Hosts war aber auch mehr als ausführlich (4 Emails mit Instruktionen 😉). Das Haus liegt in einer ruhigen Wohngegend in South Boston und ist riesig. 18 Zimmer! Hinein gelangt man mit einem Zahlencode für die Tür, so dass ein Check-in auch möglich ist, wenn Familie Carney nicht zuhause sein sollte. Unser Zimmer ist in der obersten Etage und die Treppen sind leider Altbau-like und seeeehr lang... Aber dafür wird man mit einem schönen Ausblick und einem gemütlichen Zimmer belohnt. Das Bett ist zwar wieder sehr kuschelig schmal, aber es ist alles top sauber, die Bäder sind riesig und es gibt sogar eine kleine Frühstücksecke auf unserem Stockwerk, so dass wir nicht bis ins Erdgeschoss in die Küche müssen. Super Service! Und das für ein AirBnB. Bin Begeistert!

Wie immer geht es direkt nach unserer Ankunft los in Richtung City – ganz dem leichten Regen trotzend, der pünktlich auf dem Weg zu Bahnstation einsetzt. Leider möchte sich heute das Wetter nicht an unseren Plan halten und das ganze Ausmaß wird uns bewusst, als wir an der Haltestelle am Park in Boston ankommen: Es schüttet wie aus Eimern. Also wirklich SCHÜTTEN... , so dass wir unsere ersten Minuten in Boston in einem U-Bahn Eingang verbringen. Zusammen mit vielen anderen Menschen, die sich wie wir nicht aus dem Schutz in den Regen trauen. Als wir uns dann endlich trauen, ist unser erstes Ziel ein Kaufhaus, in dem wir erst mal zwei Schirme kaufen. Damit bewaffnet machen wir uns dann auf den Weg durch die Stadt. Allerdings wird schnell klar: Unsere Billigschirme haben dem starken Regen wenig entgegenzusetzen und nachdem der Regen dann noch so sehr zunimmt, dass es sogar Gulli-Deckel abheben und Bäche die Straße runter fließen lässt, sind auch wir trotz Regenschirm aufgeweicht bis auf die Knochen und das Wasser steht uns sogar in den Schuhen…... Aaaahhhhhh! (kleine Anmerkung: die Schuhe meines Mannes waren auch 2 Tage später noch nicht ganz trocken!) So aufgeweicht und endlich wieder zu Hause angekommen, ist schnell entschieden: Dinner gibt es heute auf dem Zimmer! Vom Lieferservice! Übrigens wieder indisch 😉 aber diesmal wirklich lecker!

Am nächsten Morgen sieht es zum Glück schon wieder besser aus. Zwar tröpfelt es zunächst noch leicht beim Aufstehen, aber als wir dann das Haus verlassen, ist es trocken, und soll es auch bleiben. Heute steht der Freedom Trail auf dem Plan, den wir von unseren Zimmernachbarn wärmstens empfohlen bekommen haben. Dieser Trail führt quer durch Boston, vorbei an unzähligen wichtigen Sehenswürdigkeiten, die an den Unabhängigkeitskampf der Amerikaner gegen die Briten erinnern. Sehr interessant und aufschlussreich und es gibt sogar eine deutsche Übersetzung der Informationen! Unglaublich!

Außerdem findet heute in der Stadt ein großes Sail-Event (Sail Boston 2017) statt, zu dem Tausende Besucher erwartet werden. Die Segelschiffe sind in Großbritannien gestartet und über Le Havre und die Bahamas bis nach Boston gesegelt. Wahnsinn, oder?!? Und wir mittendrin! Überall in der Stadt finden daher besondere Veranstaltungen statt und es gibt viel zu sehen und zu tun.

 

Besonders hervorzuheben heute:

  • Lunch an einem der Foodtrucks bei Sail Boston (Ciabatta mit Ziegenkäse und Walnüssen & Reisnudelsalat mit Miso-Dressing und mariniertem Tofu) Yummie!
  • Boston Public Market mit Bio-Produkten und einer tollen Allergen-freien Bäckerei
  • Wochenmarkt in der Nähe des Boston Public Markets mit unschlagbar günstigen Preisen (1 Kilo Erdbeeren für 2$ oder 2 gelbe Mangos für 1$ etc.), der immer Freitags und Samstags stattfindet (ganzjährig)
  • Ogawa-Coffee: kleines Cafe in der "Milchstraße"(Milk Street) in Boston mit sehr vielen asiatischen Besuchern und leckerem Kaffee und Tee-Latte.

Am nächsten Tag heißt es leider schon wieder Bye Bye Boston und auf Wiedersehen Carney Family. Wir haben den Aufenthalt bei euch sehr genossen, auch wenn das Wetter uns diesmal nicht so hold war wie gewohnt und dann geht es auch schon auf die Interstate in Richtung Ithaca... Mal sehen was die Stadt an den Fünf-Finger-Seen im Bundesstaat New York so zu bieten hat. Ich freu mich 😊

Der Hunger treibt uns unterwegs herunter von der Interstate und in ein kleines Dorf in dem es so aussieht, als würde hier niemand wohnen

und es fehlen nur noch die durchrollenden Heuballen um das Bild einer verlassenen Westernstadt perfekt zu machen. Das Diner an dem wir stoppen – Chief Shenenvus Restaurant & Bakery - macht ehrlich gesagt auf den ersten Blick auch keinen besseren Eindruck. (Anmerkung: hierzu gibt es noch nicht mal eine Homepage...) Wir werden beim Betreten vom Personal angeschaut wie Außerirdische und es steht in Ihren Gesichtern geschrieben wie oft hier Touristen vorbei kommen…... Nämlich NIE! Das Essen ist aber dafür ungewöhnlich gut und vor allem frisch und es kommen die üblichen Portionen für Amerika auf den Tisch. Da braucht niemand hungrig zu gehen! 😉

Über kleine Straßen durch Feld, Wald und Wiesen und vorbei an eigenartigen Gestalten, die auf Stühlen an der Straße sitzen und den Verkehr

beobachten gelangen wir zu unserer nächsten Unterkunft von AirBnB bei der wunderbaren Patti. Ihr Häuschen liegt außerhalb von Ithaca umgeben von Feldern und mit VIEL Abstand zu den Nachbarn. Und bereits der erste Eindruck ist WUNDERVOLL <3. Patti begrüßt uns direkt bei unserer Ankunft und führt uns in unser kleines Domizil, in dem man sich direkt heimisch fühlt. Separater Eingang, Schlafbereich abgetrennt von Ess- und Küchenbereich, frisches gefiltertes Trink-Wasser, Hand-Kaffee-Brüher, Wasserkocher, Mikrowelle, und und und – zusammengefasst: Alles was das Herz begehrt. Und Patti ist so eine unfassbar herzliche Person. Absolut beste Wahl bisher! Ich möchte eigentlich gar nicht mehr raus... Aber es steht noch einkaufen auf dem Plan und Patti empfiehlt uns den größten Supermarkt der Stadt. Und dort angekommen stellen wir fest: Sie hat nicht zu viel versprochen, als sie sagte, dass es dort ALLES gäbe. Es ist wirklich unfassbar, welche Auswahl gerade auch an frischem Essen Wegman’s bietet. Von Salat über Asiatische Gerichte, Brathähnchen, frische Sandwiches und vieles mehr. Wir entscheiden uns für Sushi und frisch zubereitete Pizza mit doppelt Käse (einmal dürft ihr raten wer wohl was genommen hat 😉).

Auf dem Rückweg zu unserem Häuschen rollt dann urplötzlich eine schwarze Wolkenwand auf uns zu und wir geraten mitten in einen Thunderstorm, der mit so heftigem Sturm und Regen daherkommt, dass man nichts mehr sieht... Und ehrlich gesagt habe ich ganz schön Schiss bekommen und war froh, als wir wieder in unserer Unterkunft angekommen waren... (Das Foto hat Patti aufgenommen, als der Sturm auf uns zu gerollt kam)

Leider hält sich der Regen tapfer die ganze Nacht über und auch am nächsten Morgen sieht es nicht besser aus. :-(  Regen, Regen und nochmals Regen. Alles steht bereits unter Wasser und es will einfach nicht aufhören.

Also was macht man da am besten?!? Spontane Planänderung: Statt Hiking geht es ab ins Yoga Studio zu Mighty Yoga. Und es soll sich rausstellen, dass auch dieses Studio mal wieder eine gute Wahl war. Angeboten wird - wie so oft in den USA - Hot Yoga und ich besuche die Klasse "Mighty Flow" bei der wunderbaren Hannah. Für 9:00 Uhr morgens ist das Studio wahnsinnig voll und ich schwitze schon beim Betreten des Raumes – und das obwohl die Klimaanlage da noch läuft... 75 Minuten schweißtreibende Praxis folgen und einmal komplett durchgeschwitzt aber glücklich verlasse ich das Studio wieder. Das muss unbedingt morgen wiederholt werden!

Leider regnet es nach der Stunde noch immer und wir machen es uns erst mal "Zuhause" beim Frühstück gemütlich bevor der Regen dann endlich gegen 15 Uhr mal eine Pause einlegt, so dass man sich doch noch etwas in der Umgebung umschauen kann. Vor allem der Canyuga Lake und die vielen Wasserfälle der Umgebung sind hier besonders sehenswert. Leider ist der Boden komplett aufgeweicht und der Ausflug fällt daher etwas kürzer aus als geplant. Abendessen gibt es heute aus einem Bio-Supermarkt namens Green Star DeWitt (tolle Auswahl an Salaten, Suppen und vorgegarten Speisen auf Bio-Basis). Lecker!

Leider ging auch dieser Aufenthalt in diesem gemütlichen AirBnB bei der herzlichsten Gastgeberin ever (man fühlte sich bekümmert wie bei einem Besuch bei Mutti <3) viel zu schnell zu Ende... Nach einer weiteren wunderbaren Yoga-Stunde bei Mighty-Yoga (diesmal hatte ich das Glück einen Platz am Fenster zu ergattern!) und einem reichhaltigen Frühstück "zuhause“ checken wir aus und machen uns auf den Weg zu den Niagara Fällen.

Bevor wir auf den Highway fahren, machen wir noch einen kleinen Abstecher über Trumansburg. Die Sonne scheint zum Glück endlich wieder und wir nutzen die Gunst der Stunde um eine kleine Wanderung einzulegen, die an den Taughannock Falls endet und sich absolut gelohnt hat. Ein kleiner Vorgeschmack auf die Niagara Fälle am nächsten Tag 😊

Diesmal klappt alles super an der Grenze und die Überfahrt dauert gerade mal ein paar Minuten (zum Glück sind die Kanadier nicht so streng wie die Amerikaner!) und direkt nach der Grenze erwartet uns auch schon die kanadische Seite der Niagara Fälle und unsere nächste Destination Niagara-on-the-Lake. Im Gegensatz zu Niagara Falls ist Niagara-on-the-Lake ein gemütliches kleines Örtchen, mit vielen kleinen Geschäften, Restaurants und vor allem jede Menge Bed & Breakfasts. Wir haben 2 Nächte im Mary Street Bed & Breakfast gebucht und werden herzlichst von Jamie und ihrem Mann John Willkommen geheißen. Auch hier bin ich direkt wieder hin und weg von der Location: süßes kleines Häuschen, ruhig gelegen, wahnsinnig liebe Gastgeber, ein kleines aber feines Zimmer mit eigener Terrasse und eigenem Eingang. Was will man mehr?!? (außer vielleicht ein klein bisschen mehr Platz, wie sich noch raus stellen soll 😉) Auf Empfehlung von Jamie gehen wir heute – ganz untypisch für mich und ich wäre auch niemals selbst auf die Idee gekommen – in einen Irish Pub (ja Irish Pub!) namens The Irish Harp zum Abendessen.

Übrigens der einzige Laden im Ort der wirklich voll ist, und in dem die Preise stimmen! Und ich muss sagen, der Laden hat mich komplett positiv überrascht. Wahnsinnig leckeres Essen, gute Auswahl auch an Veggie-Gerichten und leckerer Fisch, sowie eine schöne Auswahl an lokalen Weinen und Bieren. Daumen hoch!

Leider war die Nacht mal wieder (trotz der konsumierten 2 Gläser Wein am Vorabend) ziemlich unruhig und kurz. Deshalb ziehe ich mir nach einem Kaffee meine Laufschuhe an und laufe einfach mal ganz optimistisch (und ohne Handy oder Navi) drauf los. Was soll schon passieren? In dem kleinen Örtchen? Ich genieße die leeren Straßen und den Park am Rand des Sees. Auf dem Weg zurück bin ich dann wohl so im Lauf, dass ich die Abzweigung verpasst haben muss und mich doch tatsächlich verlaufe… Unfassbar! Erst auf Nachfrage bei netten Bauarbeitern, finde ich meinen Weg wieder und komme (leider etwas später als gedacht) wieder zu Hause an.

Jetzt heißt es schnell duschen, denn um punkt 8:30 Uhr gibt es gemeinsames Frühstück mit den anderen Gästen und an einem Tisch bei Jamie... und das lohnt sich wirklich kann ich euch sagen! Jeden Tag ein 3-Gänge-Frühstück: hausgemachte Scones und Marmeladen, hausgemachtes Granola mit frischen Beeren und Joghurt, und Eierspeisen zum "Hauptgang“. Heute gibt es Omelette mit Gemüse und Käse. Yummie!!! Bestes Frühstück bisher! Aber leider viel zu viel... Dafür ist man satt für den Rest des Tages 😊

Auf Empfehlung geht es dann den Niagara Parkway entlang Richtung Niagara Falls. Dieser führt uns zunächst vorbei an einem Fort und vielen Wineries zu unserem ersten Stopp: der Floral Clock. Einer Uhr aus Blumen, die ein wirkliches Kunstwerk darstellt und alle 3 Monate neu dekoriert wird. Zurzeit besteht die Dekoration aus bunten Holz-Händen, die die einzelnen Stunden markieren. Sieht toll aus! Dann geht es weiter zum Butterfly Conservatory was uns von unseren "Mit-Übernachtungs-Gästen" am Frühstückstisch empfohlen wurde. Mein Mann ist zunächst etwas kritisch (Ich denke Schmetterlinge sind einfach nicht so ein "Männerding"), aber kaum sind wir drinnen angekommen, sind wir beide total

begeistert. Man wird nach dem Eingang durch ein kurzes Video aufgeklärt und betritt danach die Halle der Schmetterlinge. Und dann war ich einfach nur geflasht... ich konnte und wollte mich gar nicht mehr vorwärtsbewegen (was auch daran lag, dass ich immerzu Angst hatte auf einen Schmetterling draufzutreten). Es war einfach atemberaubend! Tausende Schmetterlinge in allen Größen und Farben fliegen munter fleißig herum und lassen sich überall nieder. Auch auf unseren Köpfen, den Schultern, den Händen etc. Es ist einfach nur WUNDERSCHÖN!

Ich habe noch nie zuvor so viele und vor allem so große Schmetterlinge gesehen wie hier. Der Eintritt von Rund 15 CAD hat sich sowas von gelohnt und auch der Kaffee danach ist für einen Touri-Spot echt nicht schlecht und gar nicht teuer (2 Kaffees 6 $). Von dort aus führt uns der Weg weiter zum Niagara Glen Park, auf dessen Pfaden man bis herunter zum Wasser des Niagara River wandern kann. Tolle Wander-Location! Leider fällt unsere Tour diesmal für meine Verhältnisse sehr kurz aus, da ich leider das falsche Schuhwerk anhabe... Mööööp!

Aber bis zum Wasser habe ich es trotz Havaianas immerhin geschafft! Letzter Stopp unseres heutigen Ausfluges sind natürlich: die Niagara Fälle selbst. Und hier erwartet uns mal wieder die volle Dröhnung. Menschenmassen, Verkehrschaos und total überteuerte Preise. Eben typisch Sehenswürdigkeit! Man fühlt sich (nicht zuletzt wegen der vielen Casinos) wie in Las Vegas und nachdem wir für einen Parkplatz ganze 18$ zahlen mussten, stürzen wir uns ins Getümmel. Dafür werden wir mit einem wunderschönen Ausblick auf das ganze Ausmaß der Falls belohnt. Wirklich wunderschön und beeindruckend! Lediglich um die Fotospots am Geländer muss man sich leider prügeln, da sonst immer jemand anderes mit auf dem Foto ist. Aber hey... was tut man nicht alles für ein tolles Erinnerungsfoto 😉

Nach weiteren 2 Stunden in der Hitze (es sollten eigentlich nur 24° Celsius werden heute, Auto sagt aber was von 31°…) machen wir uns auf den Weg zurück nach Hause.

Als krönender Abschluss des Abends besuche ich mit unserer Gastgeberin eine öffentliche und kostenfreie (!) Yogastunde in einem kleinen Park am See und bei Sonnenuntergang organisiert von Fox Den Yoga (P.S. Hier gibt es sogar Goat-Yoga – ein neuer Trend aus Kanada und den USA – Yoga mit kleinen Ziegen-Babies!!! Da hätte ich wirklich gerne mal eine Stunde mitgemacht… Bin am Überlegen das zukünftig in meinem Garten anzubieten 😉). Sehr ruhige Stunde, aber genau das Richtige nach einem solch vollgepackten Tag und mit wunderschönem Panorama. Toll! Danach gibt es noch ein kleines Dinner und ich schlafe diesmal wie ein Baby 😊

Am nächsten Tag heißt es dann - nach einem wieder super leckeren und viel zu umfangreichen Frühstück von Jamie (diesmal mit Eggs Benedict ) - auch schon wieder auschecken. Auf dem Weg legen wir noch einen kurzen Zwischenstopp in einer Outlet Mall ein um noch mehr Sport-Klamotten zu shoppen 😊 und machen uns dann auf den diesmal zum Glück recht kurzen Weg auf nach Toronto.

Kaum nähern wir uns der Stadt merkt man auch hier wieder sehr schnell: Toronto ist eine Millionen-Metropole! Hochhäuser, Staus und egoistische Autofahrer heißen und willkommen... Trotzdem ist unsere Unterkunft bei Rhonda & Michael ruhig gelegen und auch gut zu finden (dank Google Maps) und nach unserem self-check-in freuen wir uns diesmal über eine ganze Etage (Souterrain) für uns alleine! 😊 Essbereich, voll ausgestattete Küche (sogar mit teilweise gefülltem Kühlschrank!), Wohnbereich, Schlafzimmer und einem Bad. Wirklich toll und mit Abstand die geräumigste Unterkunft bisher. Als ich dann auch noch herausfinde, dass sich ein Yoga-Studio (Moksha Yoga) in nur 3 Minuten Entfernung zu Fuß befindet, bin ich im 7. Himmel! Ich besuche direkt eine Hot Yoga Stunde bei Tess und bei ca. 40 Grad Raumtemperatur und bin froh, dass wir uns sehr sanft bewegen, da man auch so schon wahnsinnig schwitzt. Die Wochenkarte gibt es für gerade mal 20 $, wobei eigentlich schon eine Drop-in Stunde hier 18$ (vor Steuern) kostet. Special-Offer für Touris! Ich freue mich und muss auf jeden Fall noch mindestens einmal in dieses Studio, das steht fest! Nach der Stunde gibt es noch Sushi for Take-away auf Empfehlung unserer Gastgeber von Kibo Sushi (leider keine vernünftige Homepage....) und auch hier werden wir wieder positiv überrascht von kleinen Preisen, trotz großen Portionen und guter Qualität. Und überhaupt scheint Toronto wohl wirklich eine "Stadt für Foodies" zu sein, wie unsere Frühstücksbekanntschaft aus Niagara es beschrieben hat. Gutes Essen an jeder Ecke zu guten Preisen. Wir werden aus der Stadt raus rollen müssen so wie es aussieht! 😉

Leider ist für den nächsten Tag nicht wirklich gutes Wetter angesagt. Trotzdem klingelt der Wecker zeitig, so dass wir früh starten können um so viel wie möglich von Toronto innerhalb eines Tages sehen zu können. Zum Glück hört es gerade auf zu regnen als wir das Haus verlassen, nachdem es die halbe Nacht gewittert hat, und Bus und Bahn bringen uns in die City. Nach einem kurzen Besuch der Old & New City Hall fängt es leider auch schon wieder an zu regnen und wir flüchten uns in ein vermeintliches "Bürogebäude" im Financial District. Ursprünglich auf der Suche nach einem Starbucks zum Verweilen während es regnet, staunen wir nicht schlecht als wir stattdessen eine ganze "Stadt" im Untergrund finden! Ja, ihr habt richtig gelesen: in Toronto gibt es quasi eine "Parallelwelt" - den Toronto PATH - komplett unter der Erde, speziell für die Büromenschen aus dem Financial District, mit Shops und unendlich vielen tollen Möglichkeiten zu essen. Wahnsinn und echt sehenswert! (Man verläuft sich nur leicht... trotz "Straßenplan" 😉)

Pünktlich zum Aufstieg aus dem Untergrund hört es dann auch endlich wieder auf zu regnen für heute. Nur der Dunst über der Stadt hängt zunächst so tief, dass man den CN Tower nur bis zur Hälfte sehen kann. Schade... Auf unserem Weg durch Toronto führt es uns vom CN Tower und dem Aquarium nach Old Toronto und in den St. Lawrence Market, einer Markhalle voll mit Ständen mit kulinarischen Köstlichen, in der wir uns als kleinen Appetizer leckere und frische Antipasti gönnen und super leckeren Senf von Kozlik's (Honig-Knoblauch & Feige-Balsamico-Dattel) für Zuhause kaufen. Der Hunger treibt uns danach (mittlerweile ist es schon 15 Uhr) zurück in den Untergrund, wo wir bei Kupfert & Kim fündig werden. Hier gibt es super leckeres veganes Lunch in großen Portionen und zu annehmbaren Preisen. Sehr  empfehlenswert (vielen Dank für den Tipp unseres Senf-Verkäufers!)

Von hier aus geht es dann frisch gestärkt mit dem Bus in den Old Distillery District, der wunderschön angelegt ist und in kleinen Gassen mit Shops und Cafés zum Verweilen einlädt. Etwas abseits, aber meiner Meinung nach einer der schönsten Plätze in Toronto! Letzter Stopp für heute: Yonge Street. DIE Einkaufsstraße schlechthin laut Reiseführer. Meine Meinung: nicht lohnenswert. Zwar viele Shops, aber total überlaufene Straßen, Dreck, Obdachlose die betteln (plus im Bus dorthin sogar eine komplett vor Urin stinkende Dame, auf Grund derer – übrigens nicht nur wir – den Bus verlassen mussten, da mir sonst mein leckeres Mittagessen wieder heraus gekommen wäre…) Sorry für die Ehrlichkeit, aber das musste mal erwähnt werden. Aber ich nehme an, das bleibt wohl nicht aus in einer Millionenstadt wie dieser… Nach diesem Trubel freuen wir uns über einen supernetten Busfahrer, der uns wieder sicher "nach Hause" bringt, und das sogar etwas näher, als seine eigentliche Endstation gewesen wäre! Karma! 😉 (Übrigens einer der wenigen netten Menschen in Toronto… )

Bevor wir leider auch Toronto schon wieder verlassen müssen, besuche ich am nächsten Morgen meine zweite ( und leider letzte) Yoga-Stunde bei Moksha Yoga und dem wunderbaren Erik. "Hot Vinyasa Yoga" steht auf dem Plan und Schwitzen ist heute früh Programm. Bei ca. 40 Grad Raumtemperatur leitet uns Erik durch eine absolut fortgeschrittene Stunde mit vielen Vinyasas, Handstand-Vorbereitung, Armbalancen, und und und… Ich kann euch sagen: Ich habe noch nie so geschwitzt! Bereits nach wenigen Minuten bin ich komplett nass und es tropft von meinem Körper auf die Matte. Wahnsinn! Aber auch super! Danach fühle ich mich neu geboren (ok, nicht direkt, aber spätestens nach der Dusche 😉) Tolles Studio! Tolle Lehrer!

Nach dem Frühstück geht es dann bei bestem Wetter und nach einem kurzen Stopp am Casa Loma und bei Oakwood Espresso (laut unserem Host übrigens der Beste in unserem Viertel, was ich nur bestätigen kann) los in Richtung Montreal, unserem leider schon letzten Stopp für diese Reise :-(

Nach langen 5,5 Stunden Fahrt erreichen wir endlich unsere nächste Unterkunft, das kleine Bed & Breakfast namens Petite Auberge les Bons Martins. Leider ist wohl niemand mehr an der Rezeption um uns einzuchecken aber man hat uns wenigstens die Schlüssel und eine kleine Instruktion hinterlassen. Immerhin! Leider können wir niemanden mehr bezüglich Parken oder einer Empfehlung bezüglich Dinner befragen... Und so muss Freund Google mal wieder helfen. Dank großem Hunger ist eine Entscheidung schnell getroffen. Das vegetarische Restaurant Lola Rosa soll es sein und wir machen uns direkt auf den Weg dorthin. Das kleine Restaurant liegt ganz unscheinbar in einer Nebenstraße im

Universitätsviertel aber ist zum Brechen gefüllt. Scheint also gut zu sein 😉 Wir müssen noch gut 20 Minuten auf einen Tisch warten, aber dafür bekommen wir einen gemütlichen Tisch am Rand zugewiesen und sollen nicht enttäuscht werden. Tolle Speisenauswahl (wir hatten Quiche des Tages mit Kichererbsen-Salat und Reis & Vegetarisches Chili mit Nachos, Reis und Avocado) zu absolut super Preisen für Kanada UND es gab wahnsinnig leckeren Sangria. Alles in allem absoluter Glücksgriff mit netten Servicekräften und toller Stimmung! Unbedingt einen Besuch wert.

Leider habe ich am nächsten Morgen auf Grund der viel zu kalten und viel zu starken Lüftung, die man nicht regeln kann, einen steifen Hals… Aber sonst war auch diese Unterkunft eine sehr gute Wahl. Geräumige Zimmer, alles sauber und super süß eingerichtet. Auch das Frühstück kann sich sehen lassen. Waffeln oder French Toast als Starter, Eierspeisen auf Bestellung und Brot und Müsli vom Buffet... und vor allem die Servicekräfte sehr sehr freundlich.

Danach geht es noch für die letzten Stunden unseres Urlaubes in die City von Montreal und wir müssen feststellen, dass wir am ersten Tag lediglich einen winzigen Teil von Montreal gesehen haben. Der Rest der Stadt liegt in Laufnähe zu unserer Unterkunft und ist wirklich sehenswert. Wunderhübsch angelegte Straßen und hübsche alte Gebäude und vor allem die aktuelle Outdoor-Kunstausstellung auf der Avenue Sherbrooke beeindrucken mich sehr und wir können die letzten Stunden bei strahlendem Sonnenschein genießen bevor es in Richtung Flughafen geht.

Hier läuft zunächst alles glatt: Mietwagen-Abgabe, Check-in, noch eine Runde relaxen, bevor es zum Security Check geht. Und dann beginnt die Odyssee... Unsere zweite Handgepäck-Tasche wird herausgezogen und mir fällt plötzlich siedend heiß ein, dass uns vor lauter Platz-Problemen beim Packen ein gravierender Fehler unterlaufen ist… Da ich Angst hatte unser teuer erworbenes Olivenöl, den Balsamico und den Senf in den Koffer zu packen, weil es dort zerbrechen könnte, haben wir alles ins Handgepäck gepackt ohne daran zu denken, dass keine Flüssigkeiten über 150ml zugelassen werden. Manchmal ist man einfach bisschen deppert... Fazit: Entweder wegwerfen (was für mich nicht in Frage kommt) oder wieder zurück an den Check-in und versuchen die Tasche ohne Extra-Kosten aufzugeben. Ganz tolle Idee... Lange Rede kurzer Sinn. Es endet damit, dass die Dame erst sagt es koste uns 100 $ für das extra Gepäck - ich dann total verzweifle - sie dann wohl Mitleid hat und es kostenfrei aufnimmt - uns dann aber anbietet über München zu fliegen, da Frankfurt überbucht ist - wir dies annehmen - am Ende noch ein Upgrade auf Premium Economy erhalten und eine lohnende Entschädigung!!!! Verrückt, oder?!?! Ich denke, das muss Karma gewesen sein. Es sollte alles so kommen nehme ich an - oder nicht?!?

 

Jetzt sitzen wir hier, warten auf unseren Flug und werden gerade mal 5 Stunden später als geplant in Frankfurt ankommen und dann hat uns der Alltag auch schon wieder. Aber die Erinnerung bleibt! (Anmerkung: aus 5 Stunden später wurden leider auf Grund Verspätung des Fliegers und verlorenem Gepäck 8 Stunden später...)

Zusammenfassend kann ich folgendes abschließend sagen:

 

Ich bin wahnsinnig dankbar eine so tolle Reise erlebt haben zu dürfen, so viele tolle Menschen kennengelernt zu haben, so viele wunderschöne Plätze unserer Erde gesehen zu haben, so viele bereichernde Yoga-Stunden besucht zu haben und ich bin dankbar dafür, dass ich meinen Traum vom Reisen, Yoga-Lehren und Schreiben leben und auf diesem Wege mit euch teilen darf!

 

In diesem Sinne: Lebe dein Leben... du hast nur dieses eine!

 

Namasté und bis zum nächsten Mal

Eure Julia